Wissen · Märkte und Volksfeste
Sicherheit für Weihnachtsmärkte und Volksfeste neu bewerten
Gewachsene Feste, neue Anforderungen: Zugänge, Engstellen, Fahrgeschäfte mit eigener Musik, Abendstunden – und wie Durchsagen und Lagebild ohne Kabel gelingen.
Stand: · MOVETOS
Viele Weihnachtsmärkte, Kirmessen und Volksfeste gibt es seit Jahrzehnten. Ihre Abläufe sind eingespielt: Die Buden stehen an denselben Stellen, die Fahrgeschäfte kommen jedes Jahr wieder, das Personal kennt den Platz. Genau das ist die Stärke solcher Feste – und zugleich ein Risiko. Denn was über Jahre gewachsen ist, wurde selten als Ganzes auf heutige Sicherheitsanforderungen hin geplant.
Dieser Beitrag zeigt, was Weihnachtsmärkte und Volksfeste von anderen Veranstaltungen unterscheidet, welche Fragen sich Veranstalter und Behörden stellen sollten und wie sich Besucherinformation, Notfallkommunikation und Lagebild auch auf Plätzen ohne feste Infrastruktur umsetzen lassen.
Das Problem: gewachsene Strukturen
Ein gewachsenes Fest bringt oft Technik mit, die irgendwann aus einem bestimmten Grund angeschafft wurde: eine Lautsprecheranlage an der Bühne, eine Kamera an einem Gebäude, Funkgeräte für den Ordnungsdienst. Jede dieser Einzelmaßnahmen hat ihren Sinn. Zusammen ergeben sie aber noch keine funktionierende Sicherheitsinfrastruktur.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Was haben wir schon?“, sondern „Welche Aufgabe muss erfüllt werden?“. Wer von der Aufgabe her denkt, kommt zu klaren Anforderungen:
- Besucher informieren – im Alltag des Festes und im Notfall, überall auf dem Gelände.
- Die Lage erkennen – wo sich Menschen stauen, wo Wege frei bleiben müssen, wo Rettungskräfte durchkommen.
- Kommunizieren können, auch wenn Strom oder Mobilfunk ausfallen.
Erst danach stellt sich die Frage, mit welcher Technik diese Aufgaben gelöst werden.
Was Weihnachtsmärkte und Volksfeste besonders macht
Innenstadt und Plätze ohne Infrastruktur
Weihnachtsmärkte stehen meist mitten in der Stadt: auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen, zwischen historischen Gebäuden. Volksfeste nutzen Festplätze, die den Rest des Jahres leer sind. In beiden Fällen fehlt oft, was ein Sicherheitskonzept braucht – Stromanschlüsse an den richtigen Stellen, Kabelwege, Montagepunkte. Kabel über Gehwege bedeuten Stolperfallen und Überfahrschutz, Traversen kosten Platz und Aufbauzeit.
Viele Zugänge statt eines Eingangs
Ein Festival hat einen Einlass. Ein Weihnachtsmarkt hat so viele Zugänge, wie Straßen auf den Platz führen. Besucher kommen von allen Seiten, ohne Kontrolle und ohne Zählung. Wer wissen will, wie voll es ist, muss an diesen Zugängen und an den Durchgängen dazwischen hinschauen.
Fahrgeschäfte mit eigener Musik
Auf Volksfesten und zunehmend auch auf Weihnachtsmärkten laufen Fahrgeschäfte mit eigener, lauter Beschallung. Eine Durchsage über eine separate Anlage geht darin leicht unter. Nach DIN EN 50849 soll eine Durchsage mindestens 6 dB über dem Umgebungslärm liegen, bei Räumung werden 10 dB empfohlen. Neben einem Fahrgeschäft heißt das praktisch: Für eine Sicherheitsdurchsage muss dessen Musik unterbrochen werden.
Abendstunden und Dunkelheit
Weihnachtsmärkte haben ihre stärksten Stunden nach Einbruch der Dunkelheit, Volksfeste oft auch. Kamerabilder müssen dann noch brauchbar sein, Fluchtwege erkennbar, Durchsagen verständlich – auch wenn Besucher müde, abgelenkt oder in Feierstimmung sind.
Spitzen zu bestimmten Zeiten
Der Andrang ist nicht gleichmäßig. Feierabend, Wochenende, Eröffnung, ein Feuerwerk oder das Ende eines Programmpunkts erzeugen Spitzen. Die Tagesbesucherzahl sagt darüber wenig. Gefährlich wird es dort, wo sich viele Menschen zur selben Zeit an derselben Engstelle treffen.
Grundlagen: Dichte an Engstellen
Ob es zu eng wird, beschreibt die Personendichte – Personen pro Quadratmeter an einem bestimmten Ort. Auf einem Weihnachtsmarkt sind das typischerweise die Gassen zwischen Budenreihen, der Bereich vor beliebten Ständen, Brücken und Durchgänge zwischen zwei Platzteilen sowie die Zugänge selbst. Hier wird es früher eng als auf einer offenen Fläche, weil Menschen gleichzeitig stehen bleiben und weitergehen wollen.
Welche Dichtewerte als kritisch gelten und wie sich Dichte per Kamera messen lässt, erklärt unser Beitrag Personendichte bei Veranstaltungen. Für gewachsene Feste gilt vor allem: Die Engstellen sind meist bekannt – man muss sie nur zur richtigen Zeit im Blick haben.
Durchsagen für Information und Notfall
Durchsagesysteme auf Weihnachtsmärkten haben zwei Aufgaben: Besucherinformation im laufenden Betrieb – Öffnungszeiten, Hinweise, Bitte um Entlastung eines Bereichs – und Notfallkommunikation, wenn eine Lage es verlangt. Damit beides funktioniert, sollte ein System drei Eigenschaften haben:
- flexibel aufstellbar, dort, wo Menschen stehen – nicht dort, wo zufällig Strom liegt,
- autark, also unabhängig von örtlichem Strom und Netz,
- kabellos, ohne Kabelwege über Gehwege und Plätze.
Wie gut das gelingt, hängt außerdem an Pegel, Verständlichkeit, Zonen und vorbereiteten Texten. Die Grundlagen dazu beschreibt der Beitrag Durchsagen bei Veranstaltungen.
Fahrgeschäfte einbinden
Weil die Musik der Schausteller jede Durchsage übertönen kann, gehören die Fahrgeschäfte in die Notfallkommunikation. Eine Unterbrecher-Box von MOVETOS bindet die Beschallung eines Fahrgeschäfts ein: Für eine Sicherheitsdurchsage wird die Musik unterbrochen, die Durchsage läuft über die Beschallung vor Ort. So erreicht sie auch die Menschen, die direkt am Fahrgeschäft stehen. Dieselbe Box bindet auch Bühnen und sonstige Beschallung Dritter ein.
Sicherheitskonzept und Behörde
Öffentliche Feste brauchen in der Regel ein Sicherheitskonzept, das mit den zuständigen Behörden abgestimmt wird. In Bayern regelt Art. 19 des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes (LStVG) die Veranstaltung von Vergnügungen. Die Behörde kann im Sicherheitskonzept unter anderem Systeme für Räumungs- und Notfalldurchsagen verlangen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung: Was im Einzelfall gilt, legt die zuständige Behörde fest. Einen Überblick über Regelwerke gibt der Beitrag Sicherheitskonzept: Normen für Lagebild, Warnung und Durchsage.
Aus der Praxis
Einige Einsätze zeigen, wie sich diese Aufgaben ohne feste Infrastruktur lösen lassen:
| Einsatz | Besonderheit |
|---|---|
| Christkindlmarkt München | Besucher-Durchsage-Systeme im gesamten Stadtbereich – ohne Kabel, Traversen oder Überfahrschutz |
| Weihnachtsmarkt Mülheim an der Ruhr | Auf einer Ruhrinsel, alles ohne Kabel; Durchsage-Systeme mit Lautsprechern und Licht |
| Plärrer Augsburg | Einbindung aller Fahrgeschäfte, kein Meter Kabel verlegt |
| Stoppelmarkt Vechta | Ohne Kabel und Traversen, mit Einbindung der Polizei und der Beschallung der Schausteller; Unterbrecher-Systeme in Fahrgeschäften für Notfalldurchsagen |
Gemeinsam ist allen: Die Technik passt sich dem Platz an, nicht umgekehrt. Dass solche Systeme auch bei Stromausfall weiterlaufen, ist kein Detail – beim Tag der Deutschen Einheit in Erfurt waren Platz- und Notfalldurchsagen ausdrücklich auch für diesen Fall vorgesehen.
So unterstützt MOVETOS
MOVETOS bringt Lagebild, Kommunikation und Detektion für die Dauer eines Festes auf den Platz – als Gesamtsystem statt als Einzelmaßnahmen:
- Das BDS (Besucher-Durchsage-System) sind Lautsprechersäulen, die dort stehen, wo nur Durchsagen gebraucht werden.
- Das MOVETOS SET besteht aus Masten mit Kamera, Licht und Lautsprecher, netz- und stromautark – geeignet für Zugänge und Engstellen, auch am Abend.
- Eine Unterbrecher-Box holt Fahrgeschäfte, Bühnen und sonstige Beschallung Dritter in die Notfallkommunikation.
Die Plattform MOVETOS OPS führt alles zusammen. Sie erkennt live die Personendichte, eine Person im Sperrbereich und herrenloses Gepäck; die KI läuft vor Ort, eine Cloud ist nicht nötig. Bei Warnungen werden Belegfotos gespeichert, Video wird nicht aufgezeichnet. Durchsagen gehen gezielt an einzelne Bereiche oder an alle, in fünf Sprachen und auch offline. Erkennt die Plattform eine kritische Lage, schlägt sie eine passende Durchsage vor – das System schlägt vor, der Mensch gibt frei. Das Team bleibt auch ohne Mobilfunk über das lokale Netz vor Ort steuerbar, und der Einsatz wird lückenlos dokumentiert.
Checkliste: Ihr Fest neu bewerten
- Aufgaben festlegen: Was muss das Sicherheitskonzept leisten – unabhängig von vorhandener Technik?
- Zugänge erfassen: Über welche Straßen und Wege kommen Besucher auf das Gelände?
- Engstellen benennen: Wo stauen sich Menschen – Gassen, Durchgänge, Brücken, beliebte Stände?
- Spitzenzeiten kennen: Wann ist der Andrang am größten, und wo dann?
- Abdeckung prüfen: Erreichen Durchsagen jeden Bereich, auch neben laut beschallten Fahrgeschäften?
- Fahrgeschäfte einbinden: Kann deren Musik für Sicherheitsdurchsagen unterbrochen werden?
- Autarkie klären: Funktionieren Durchsagen und Lagebild bei Stromausfall und überlastetem Mobilfunk?
- Dunkelheit bedenken: Sind Bilder, Wege und Zugänge auch am Abend erkennbar?
- Texte vorbereiten: Liegen Durchsagen für typische Lagen bereit, auch in weiteren Sprachen?
- Mit der Behörde abstimmen: Welche Anforderungen stellt die zuständige Stelle an das Sicherheitskonzept?
Fazit
Weihnachtsmärkte und Volksfeste leben von ihrer Tradition. Ihre Sicherheit sollte trotzdem nicht auf Gewohnheit beruhen. Wer das Fest von der Aufgabe her neu bewertet – Zugänge, Engstellen, Spitzenzeiten, Fahrgeschäfte, Abendstunden –, findet schnell die Lücken zwischen den Einzelmaßnahmen. Durchsage- und Kamerasysteme, die ohne Kabel und unabhängig von Strom und Netz arbeiten, schließen diese Lücken auch dort, wo der Platz selbst keine Infrastruktur bietet.
Quellen
- MOVETOS auf LinkedIn: Beiträge zu Traditionsfesten und Weihnachtsmärkten sowie zu Durchsagesystemen für Weihnachtsmärkte, https://de.linkedin.com/company/movetos (abgerufen 10.10.2026).
- Bayerisches Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG), Art. 19: Veranstaltung von Vergnügungen.
- DIN EN 50849 (VDE 0828-1):2017-11: Elektroakustische Notfallwarnsysteme.
- blachreport: MOVETOS Sicherheitstechnik beim Tag der Deutschen Einheit, https://www.blachreport.de/services/48821-movetos-sicherheitstechnik-beim-tag-der-deutschen-einheit/.
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