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Wissen · Sicherheitsmanagement

Handlungsfähigkeit der Sicherheitsorganisation bei Leitstellenausfall

Wenn die Leitstelle ausfällt: Aufgaben priorisieren, Ausweichbetrieb vorbereiten und den Wechsel mit Informationen, Kommunikation und Zuständigkeit erproben.

Stand: · MOVETOS

Eine Leitstelle bündelt Informationen, bewertet Meldungen und koordiniert Maßnahmen. Wird ihr Standort durch Brand, Hochwasser oder eine Räumung unzugänglich, können Kameras und andere Sicherheitssysteme weiterhin arbeiten – während der zentrale Arbeitsplatz für ihre Nutzung fehlt. Deshalb gehört die Fortführung der Leitstellenaufgaben in die Vorbereitung.

Die unverzichtbaren Aufgaben bestimmen

Zuerst ist festzulegen, welche Aufgaben während einer Unterbrechung weiterlaufen müssen: Meldungen entgegennehmen, relevante Lageinformationen abrufen, Entscheidungen treffen, Einsatzkräfte erreichen und Maßnahmen dokumentieren. Für jede Aufgabe sind die vertretbare Unterbrechungsdauer und ein erforderliches Mindestleistungsniveau zu bestimmen. Der BSI-Standard 200-4 bietet dafür einen prozessbezogenen Rahmen zur Geschäftsfortführung. [1]

Nicht jeder Notbetrieb muss sämtliche Funktionen des Normalbetriebs abbilden. Er muss die zuvor priorisierten Aufgaben unter den erwartbaren Einschränkungen ermöglichen.

Den Wechsel praktisch vorbereiten

Ein benannter Ersatzraum allein schafft noch keine Führungsfähigkeit. Zuständige Personen müssen ihn erreichen, nutzen und auf die benötigten Informationen zugreifen können. Ebenso sind Kommunikationswege, Entscheidungsbefugnisse und die Übergabe laufender Vorgänge zu regeln.

Der Ausweichbetrieb sollte die Abhängigkeiten des betroffenen Standorts gezielt berücksichtigen. Ein Arbeitsplatz im Nachbarraum hilft beispielsweise wenig, wenn das gesamte Gebäude geräumt wird. Das BSI behandelt Ausweichstandorte und beschreibt auch für Stabsräume den Fall, dass sie selbst vom Schadensereignis betroffen sind. [1]

Mobile Lösungen auf ihre Aufgabe prüfen

Je nach Anforderungen können eine andere Leitstelle, vorbereitete Ausweicharbeitsplätze oder eine mobile Führungsstelle infrage kommen. Eigenständige Energie- und Kommunikationsversorgung können dabei helfen. Ob die Lösung geeignet ist, hängt zusätzlich von Schnittstellen, Berechtigungen, Informationsschutz, Personal und Bereitstellungszeit ab. Eine mobile Einheit ersetzt eine spezialisierte Leitstelle nicht automatisch vollständig.

Führungsfähigkeit erproben

Eine Übung sollte den Wechsel einschließlich Alarmierung, Informationsübergabe, Kommunikation und Dokumentation prüfen. Dabei ist auch die Zeit bis zur tatsächlichen Arbeitsfähigkeit zu erfassen. Das BSI unterscheidet unter anderem Alarmierungsübungen, Stabsübungen und technische Funktionstests. [1]

Die entscheidende Prüffrage lautet: Wer übernimmt welche Leitstellenaufgabe, mit welchen Mitteln und innerhalb welcher Zeit? Sie gilt für Veranstaltungen ebenso wie für Unternehmen, Kommunen und kritische Infrastruktur.

Mehr dazu: Wer benötigt im Einsatz welche Lageinformationen? zu Empfängern und Zugriffen, Was muss vor einem ungeplanten Ausfall für eine temporäre Ersatzlösung vorbereitet sein? zur Ersatzlösung, Wie bleibt Sicherheitswissen bei einem Schichtwechsel erhalten? zur Übergabe, Welche Nutzungs- und Herausgaberegeln für Sicherheitsdaten sollten vorab vereinbart werden? zum Umgang mit Daten und Sicherheitstechnik, die bei Strom- und Netzausfall funktioniert zur Technik.

Einordnung: Recherchestand 3. November 2026; die Quelle ist mit den Angaben des Autors übernommen und nicht selbst gegen den Originaltext geprüft. Die Übertragung der Grundsätze des Business Continuity Management auf Leitstellenaufgaben ist eine redaktionelle Einordnung; ein Stabsraum ist nicht mit einer Leitstelle gleichzusetzen. Aus dem Text folgt keine allgemeine gesetzliche Pflicht zu einer mobilen Ersatzleitstelle und keine universelle Wiederanlaufzeit. Branchenspezifische Anforderungen sind gesondert zu prüfen. Allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung.

Quellen

  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): BSI-Standard 200-4 – Business Continuity Management, Ausgabe 2023, insbesondere Abschnitt 2.3 (Vorsorgelösungen und Notfallmaßnahmen), Abschnitt 5.6 (Stabsräume) und Kapitel 13 (Übungen und Tests) (bsi.bund.de).

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Veranstaltung, Unternehmen oder kritische Infrastruktur: Wir zeigen Ihnen, wie MOVETOS OPS das in der Praxis umsetzt.