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Wissen · Praxisbeispiel

Praxisbeispiel: Familienfest auf 1,2 km ohne Kabel

Fallstudie Familienfest Rhein-Kreis Neuss auf Schloss Dyck: 25.000 Besucher, 1,2 km Fläche, kein Meter Kabel – Lagebild, Durchsagen und Nachtwache.

Stand: · MOVETOS

Ein Familienfest wirkt auf den ersten Blick unkompliziert: Stände, Bühnen, Fahrgeschäfte, viele Kinder, gute Stimmung. Für die Sicherheitsplanung ist es oft das Gegenteil. Das Publikum ist bunt gemischt, Familien bewegen sich langsam und bleiben gern stehen, und auf großen Flächen verteilen sich die Besucher ungleichmäßig. Die entscheidende Frage lautet: Wie behält die Veranstaltungsleitung ein Gelände im Blick, das sich über mehr als einen Kilometer erstreckt – und wie erreicht sie im Ernstfall jeden Besucher?

Dieser Beitrag zeigt am Beispiel des Familienfests des Rhein-Kreises Neuss auf Schloss Dyck, wie eine solche Aufgabe gelöst werden kann, und leitet daraus allgemeine Lehren für Veranstalter ab.

Die Ausgangslage

Das Familienfest fand auf dem Gelände von Schloss Dyck statt. Die Eckdaten:

MerkmalWert
Besucher25.000
Fläche1,2 km
Verlegte Kabel0 Meter
Veranstaltungsdauer1 Tag
Auf- und Abbauzusammen zwei Tage

Eine Fläche dieser Größe bringt typische Schwierigkeiten mit sich. Von keinem Punkt aus lässt sich das ganze Gelände überblicken. Wege zwischen den Bereichen sind lang, und was am einen Ende geschieht, erfährt die Veranstaltungsleitung am anderen Ende per Funk oft erst mit Verzögerung. Hinzu kommt: Kabel über große Flächen zu verlegen kostet Zeit, und feste Strom- und Netzanschlüsse sind auf Freiflächen selten überall vorhanden.

Grundlagen: Was eine große Fläche verlangt

Ein Lagebild statt vieler Einzelbilder

Viele Kamerabilder sind noch kein Lagebild. Entscheidend ist, dass die Verantwortlichen ungewöhnliche Besucherbewegungen und sich entwickelnde Lagen erkennen, Zufahrten für Rettungskräfte im Blick behalten und wissen, wo sie Besucher informieren können. Auf einer langgestreckten Fläche heißt das: Die Kameras müssen dort stehen, wo sich die Lage verändern kann – an Wegen, Engstellen und Treffpunkten –, und ihre Bilder müssen an einer Stelle zusammenlaufen.

Besucher erreichen

Ein Lagebild nützt wenig, wenn die Veranstaltungsleitung nicht reagieren kann. Lautsprecherdurchsagen sind auf einer großen Fläche das schnellste Mittel, um Besucher zu informieren oder zu lenken. Dabei konkurrieren Durchsagen mit der Musik von Bühnen und Fahrgeschäften. Damit eine Sicherheitsdurchsage ankommt, muss diese Musik unterbrochen werden können. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Durchsagen bei Veranstaltungen.

Unabhängig von Kabel, Strom und Mobilfunk

Sicherheitsinfrastruktur muss gerade dann funktionieren, wenn etwas schiefgeht: bei einem Stromausfall, bei überlasteten Netzen oder bei plötzlich wechselnden Besucherströmen. Auf einer Fläche ohne durchgehende Infrastruktur ist ein kabelloses, strom- und netzautarkes System deshalb keine Komfortfrage, sondern Voraussetzung.

Der Einsatz in der Praxis

Echtzeit-Lagebild

Kameras auf Masten lieferten ein Echtzeit-Lagebild der Festfläche. Laut Referenzliste waren sieben Kameras im Einsatz, eingebunden in MOVETOS OPS. Die Bilder liefen nicht als lose Sammlung von Einzelansichten, sondern als gemeinsames Lagebild zusammen. Auch ohne Zwischenfall hat ein solches Bild Wert: Die Veranstaltungsleitung sieht live, wie sich Besucherströme bewegen, wo Engstellen entstehen und ob Bereiche geräumt sind.

Lautsprecherdurchsagen und Unterbrecher-Systeme

Für das Besuchermanagement standen Lautsprecherdurchsagen zur Verfügung – über die Masten und ein Besucher-Durchsage-System (BDS), also eine eigenständige Lautsprechersäule. In den Fahrgeschäften waren Unterbrecher-Systeme eingebunden: Eine Notfalldurchsage unterbricht die Musik, statt in ihr unterzugehen.

Externer Arbeitsplatz in der Veranstaltungsleitung

Das Lagebild blieb nicht in einer Leitstelle auf dem Gelände. Ein externer Arbeitsplatz brachte es direkt in die Veranstaltungsleitung. Damit sahen diejenigen, die Entscheidungen treffen, dieselbe Lage wie die Technik – ohne Umweg über Funk oder Telefon.

Automatisierte Bereichsüberwachung und Nachtwache

Eine Großveranstaltung endet nicht mit dem letzten Besucher. In der Nacht stehen Stände, Bühnen und Technik auf dem Gelände und müssen bewacht werden. Beim Familienfest unterstützte eine automatisierte Bereichsüberwachung die Nachtwache; ein Roboter übernahm die automatisierte Flächenüberwachung in der Nacht. So muss das Wachpersonal nicht jeden Winkel einer 1,2 km langen Fläche selbst ablaufen.

Auf- und Abbau in zwei Tagen

Aufbau und Abbau der gesamten Technik dauerten zusammen zwei Tage – ohne einen Meter verlegtes Kabel. Die Masten bringen Strom und Funk selbst mit; Gräben, Kabelbrücken und Stolperstellen auf Wegen entfallen.

So macht es MOVETOS

Das Beispiel Neuss folgt einem Grundsatz: zuerst die nötige Sicherheitsfunktion festlegen, dann die Technik. Gebraucht werden ein verlässliches Lagebild, die Möglichkeit, Besucher im Notfall zu erreichen, und eine Kommunikation, die auch bei Netzüberlastung hält.

Das MOVETOS SET besteht aus Masten mit Kamera, Licht und Lautsprecher – netz- und stromautark, kabellos verbunden. Wo nur Durchsagen gebraucht werden, ergänzt das BDS die Abdeckung. Die Plattform MOVETOS OPS führt alles zusammen: Kamerabilder und Personendichte je Bereich auf einer Karte, in der Leitstelle, am Laptop und auf dem Handy.

Allgemein bietet MOVETOS OPS unter anderem:

  • Live-Erkennungen: Personendichte, Person im Sperrbereich und herrenloses Gepäck. Bei einer Warnung wird ein Belegfoto gespeichert; eine Videoaufzeichnung gibt es nicht. Die Auswertung läuft vor Ort, eine Cloud ist nicht nötig.
  • Sperrbereiche: Bereiche wie eine Fahrbahn oder eine Zaunlinie lassen sich einzeichnen; wer sie betritt, wird gemeldet.
  • Durchsagen in fünf Sprachen, auch ohne Internet. Erkennt die Plattform eine kritische Lage, schlägt sie eine passende Durchsage vor. Das System schlägt vor, der Mensch gibt frei.
  • Fremde Beschallung einbinden: Eine Unterbrecher-Box bindet die Beschallung von Fahrgeschäften, Bühnen und sonstigen Dritten in die Notfallkommunikation ein – die Durchsage unterbricht die Musik.
  • Team-Steuerung auch ohne Mobilfunk über das lokale Netz vor Ort.
  • Dokumentation: Die Veranstaltung wird lückenlos dokumentiert.

Wie Masten, Kameras und Funkstrecken auf einer Fläche geplant werden, beschreibt der Beitrag Kameras, Lautsprecher und Funk auf dem Gelände planen.

Was Veranstalter daraus lernen können

Von der Aufgabe her denken. Hier eine Kamera, dort ein Lautsprecher ergibt noch keine Sicherheitsinfrastruktur. Fragen Sie zuerst, was die Veranstaltungsleitung sehen und wen sie erreichen muss.

Die ganze Fläche abdecken. Auf langgestreckten Geländen liegen die kritischen Punkte oft weit auseinander. Lagebild und Durchsage müssen auch das entfernte Ende erreichen.

Die Entscheider einbinden. Ein Lagebild gehört dorthin, wo entschieden wird – im Zweifel als eigener Arbeitsplatz in der Veranstaltungsleitung.

Musik mitdenken. Fahrgeschäfte und Bühnen haben eigene Beschallung. Ohne Unterbrecher kann eine Notfalldurchsage untergehen.

Die Nacht nicht vergessen. Zwischen zwei Veranstaltungstagen oder nach Ende des Fests braucht das Gelände Schutz. Automatisierte Überwachung entlastet die Nachtwache.

Auf- und Abbau einplanen. Kabellose, autarke Technik verkürzt die Zeiten und schont empfindliches Gelände.

Checkliste für Ihre Veranstaltung

  • Fläche erfassen: Wie groß und wie langgestreckt ist das Gelände? Wo liegen Wege, Engstellen, Bühnen und Rettungszufahrten?
  • Lagebild planen: Decken die Kameras alle Bereiche ab, in denen sich die Lage verändern kann?
  • Bild zu den Entscheidern bringen: Sieht die Veranstaltungsleitung das Lagebild selbst?
  • Durchsagen abdecken: Erreichen Lautsprecher alle Publikumsflächen, auch am Rand?
  • Musik unterbrechen: Lassen sich Fahrgeschäfte und Bühnen für Sicherheitsdurchsagen stumm schalten?
  • Ausfälle durchdenken: Funktioniert alles bei Stromausfall und überlastetem Mobilfunk?
  • Nacht absichern: Wie wird das Gelände außerhalb der Öffnungszeiten überwacht?
  • Zeitplan prüfen: Passen Auf- und Abbau in das verfügbare Zeitfenster?
  • Dokumentation klären: Werden Warnungen und Durchsagen nachvollziehbar festgehalten?

Fazit

Das Familienfest des Rhein-Kreises Neuss zeigt, dass auch eine große, langgestreckte Fläche mit 25.000 Besuchern ohne einen Meter Kabel gesichert werden kann. Entscheidend war nicht die einzelne Kamera oder der einzelne Lautsprecher, sondern das Zusammenspiel: ein Echtzeit-Lagebild, das bis in die Veranstaltungsleitung reicht, Durchsagen, die auch die Musik der Fahrgeschäfte unterbrechen, und eine automatisierte Überwachung, die bis in die Nacht trägt. Auf- und Abbau in zwei Tagen machen deutlich, dass eine solche Infrastruktur temporär sein kann – für genau die Dauer, in der sie gebraucht wird.

Quellen

  1. MOVETOS auf LinkedIn (Unternehmensseite), Beitrag zum Familienfest Rhein-Kreis Neuss auf Schloss Dyck: https://de.linkedin.com/company/movetos
  2. MOVETOS-Referenzen (Auszug) auf dieser Website: Eintrag „Familienfest Kreis Neuss“.

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Veranstaltung, Unternehmen oder kritische Infrastruktur: Wir zeigen Ihnen, wie MOVETOS OPS das in der Praxis umsetzt.